Seit 5 Jahren ist Sebastian Täger Bürgermeister der Gemeinde Senden und leitet erfolgreich Rat und Verwaltung. Er ist bürgernah, fachlich kompetent und geht auch schwierige Zukunftsaufgaben engagiert an. Daher unterstützt die CDU die erneute Kandidatur von Sebastian Täger bei der Kommunalwahl am 13.09.2020. Im Interview mit Dr. Christian Vogdt erzählt der parteilose Bürgermeister, was ihn in den letzten 5 Jahren bewegt hat und welche Herausforderungen er in Zukunft angehen möchte.
 
Der Beginn Ihrer Amtszeit im Herbst 2015 war geprägt von der Flüchtlingskrise. Wie haben Sie die ersten Jahre wahrgenommen?
 
Die Unterbringung und Betreuung der vielen geflüchteten Menschen war eine große Herausforderung. Dass uns das so gut gelungen ist, ist eine Gemeinschaftsleistung von Politik, Verwaltung und vor allem den vielen engagierten Menschen in der Flüchtlingshilfe und in Vereinen, wo Integration stattfindet. Auch die große Nachfrage nach KiTa-Plätzen in den letzten Jahren hat so wohl niemand erwartet. Hier danke ich allen Parteien und vor allem dem DRK-Ortsverband Senden für die konstruktive Zusammenarbeit. Innerhalb von zwei Jahren haben wir drei neue Tageseinrichtungen gebaut und in Betrieb genommen; zwei kirchliche Einrichtungen wurden um je eine Gruppe erweitert. Wir haben Überbelegungen abgebaut und stehen im kreisweiten Vergleich nun spitze da. Zeitgleich haben wir mit der umfassenden Sanierung und Neugestaltung des Sendener Ortskerns begonnen.
 
Die neu gestalteten Bereiche am Brunnen, am Kirchplatz sowie am Kanal erfreuen sich großer Beliebtheit. Wie geht es mit der Ortskernsanierung weiter?
 
Es freut mich, dass die Plätze so gut angenommen werden. Das gilt auch für die Schulhöfe der Edith-Stein- und der Geschwister-Scholl-Schule sowie die Bereiche an der renaturierten Stever. Man merkt langsam, welche Aufwertung unser Ort erfährt. Der neue Wochenmarkt oder die Sendener Feierabende im letzten Jahr belegen, welches Potenzial hier schlummert. Noch in diesem Jahr wird die Bakenstraße erneuert. Von 2021 bis 2023 folgen dann die Umgestaltung der Herrenstraße und ein kleines Stück der Münsterstraße bis zur Bakenstraße. Mit dem Umbau des denkmalgeschützten Alten Zollhaus erhalten Vereine Raum für ihr Engagement und für Begegnung sowie unser Ort ein attraktives Zentrum.
 
 
Welche konkreten Projekte stehen noch in den nächsten Jahren an?
 
In Ottmarsbocholt wurde mit dem Bau der neuen Trauerhalle begonnen; die Umgestaltung des Hörster Platzes soll noch in diesem Jahr starten. Die Ausschreibung für die Errichtung von Pflegewohngruppen auf dem ehemaligen Grundstück Stoffers läuft gerade. Ich möchte, dass wir auch die weitere Entwicklung der Kirchstraße mit dem alten Amtsgebäude nun angehen. Auch um ein passendes Pflegeangebot in Bösensell werden wir uns kümmern. Dort beginnt im Herbst der Anbau und die Sanierung der Umkleiden des SV Bösensell. Eine wichtige Investition für den Sport sowie die Kinder und Jugendlichen im Ort; ebenso wie der neue Pausenhof der Grundschule, der nach den Sommerferien fertig wird. An den Schulen werden wir über 1,5 Mio. € in die IT-Ausstattung investieren. Parallel erarbeiten die Schulen neue Medienpläne für den digitalen Unterricht. Durch die Umstellung des Abiturs von G8 auf G9 werden wir am Joseph-Haydn-Gymnasium um- bzw. anbauen; die Kosten hierfür übernimmt das Land. Eine qualitative Ganztagsbetreuung an den Grundschulen erfordert auch ausreichende und passende Raumangebote. Hier wurden die Planungen aufgenommen. In einen attraktiven Schulstandort mit guten Bildungsangeboten sollten wir kontinuierlich investieren.
 
Neben einer maßvollen Nachverdichtung setzt sich die CDU für die Ausweisung neuer Baugebiete in allen Ortsteilen ein, um jungen Familien ein eigenes Zuhause zu ermöglichen. Wie sehen Sie hier die künftige Entwicklung?
 
Senden ist ein attraktiver und stark nachgefragter Wohnort. Wohnraum ist knapp und teuer. Daher werde ich mich für die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum für junge Familien, aber auch Singles, Paare und ältere Menschen einsetzen. Denn wir wissen, dass sich demographisch bedingt die Anforderungen wandeln. Aber es ist auch wichtig, dass wir die Themen Wohnen, Arbeiten und Mobilität integriert planen. Mit der neuen Expressbuslinie X90 und den geplanten Radschnellwegen Richtung Münster setzen wir bewusst auf klimafreundliche Mobilität. Und der Bürgerbus bietet ein attraktives Angebot, dass nicht nur ältere Menschen schätzen.
 
Apropos Klimafreundlichkeit. Der Gemeinderat hat sich mit der Klimaschutzresolution ehrgeizige Ziele gesetzt. Wie können wir diese erreichen?
 
Ich habe mich sehr für den Abschluss dieser Resolution eingesetzt und bin froh, dass sie einstimmig beschlossen wurde. Denn Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und geht uns alle an. Neben der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes haben wir ein Klimaschutzbudget von 100.000 € pro Jahr in den Haushalt eingestellt. Wir werden für die Bereiche Verkehr, Wohnen und Strom Maßnahmen zur CO2-Reduzierung vor Ort vorschlagen. Ein konkretes Ziel: bis 2025 werden wir so viel Strom aus regenerativen Energiequellen erzeugen, wie wir vor Ort verbrauchen. Dies ist auch ein klares Bekenntnis zum Ausbau von Windkraft und Photovoltaik in unserer Gemeinde. Ich setze mich für eine nachhaltige Entwicklung ein, die kommende Generationen nicht belastet, sondern die Zukunft vor Ort aktiv gestaltet. Ökologie und Ökonomie sind dabei keine Gegensätze sondern zwei Seiten einer Medaille.
 
 
Wofür wollen Sie sich in den nächsten Jahren besonders stark machen?
 
Solide Finanzen und eine aktive Familien-, Ehrenamts- und Wirtschaftsförderung sind die Grundlagen für eine gute Gemeindeentwicklung. Ohne eine starke Wirtschaft gibt es keinen gesunden Haushalt. Daher möchte ich mich um die Belange der Betriebe vor Ort kümmern und innovative Unternehmen nach Senden holen. Durch den Ausbau von Betreuungsangeboten möchte ich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. Hier geht es um mehr als einen Rechtsanspruch, sondern um gute Bildung und Familienfreundlichkeit in allen Lebensbereichen. Ich werde mich für freiwillige Vereinsförderungen einsetzen, um das ehrenamtliche Engagement und Zusammenhaltsgefühl in unserer Gemeinde zu stärken. Dieses Engagement ist unbezahlbar und zeichnet uns aus. Hierauf sollten wir aufbauen. Machen wir zusammen weiter!
 
Dafür setzen wir uns gerne mit Ihnen ein. – Vielen Dank für das Gespräch.
 
Mehr Informationen unter www.sebastian-taeger.de