Deutschland 2019: Klimadebatte, „Kaugummi-Brexit“, Gefahr des Rechtsextremismus – und unser Mikrokosmos Senden steht erneut vor vielen Herausforderungen

Liebe Leserinnen und Leser,
wir treten sicherlich alle für den Klimaschutz ein. Wir haben nur diese eine Erde. Dennoch sei insbesondere an alle Aktivisten der Appell gerichtet, mit Augenmaß und Konsensbereitschaft das Thema voranzubringen. Eine radikale Verbotspolitik spaltet unsere Gesellschaft und entzieht ihr die wirtschaftliche bzw. soziale Grundlage. Ein jeder möge sich dahingehend prüfen, was er für seine persönliche Ökobilanz bereit ist einzubringen. Sein persönliches Konsumverhalten steht dabei auf dem Prüfstand. „Wasser predigen und selber Wein trinken“, hier sollte der kritische Zeitgeist einmal in den Spiegel schauen.
Große Sorge bereitet mir der schleichende Prozess eines Erstarkens der AfD. Der schreckliche Anschlag in Halle macht uns alle betroffen. Die Saat der AfD ging hier auf. Es droht eine Polarisierung unserer Gesellschaft in einen ausgeprägten linken und rechten Flügel. Die Landtagswahl in Thüringen ist ein deutliches Indiz. Die sogenannte bürgerliche Mitte musste signifikante Verluste hinnehmen. Erneut appelliere ich daher an alle demokratischen Kräfte, dem Populismus von Höcke und Co. geschlossen entgegen zu treten. Wegschauen hilft nicht.
Das Thema Brexit hat mittlerweile den Charme einer Slapstick-Komödie. Wenn es in der Sache nicht so ernst wäre, man müsste darüber lachen. Mit einem kräftigen „Order“ möchte man Herrn Johnson ins Gewissen reden und den Briten weiterhin eine europäische Zukunft wünschen.
Unsere Bundesregierung sieht sich auf nationaler und internationaler Ebene immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert.Die komplexen Aufgabenmodule Umwelt, Energie, Wirtschaft und Finanzen sind beispielhaft nur im Konsens mit unseren europäischen Partnern weiter voranzubringen. Nationale Alleingänge helfen uns da nicht weiter (Stichwort: Energieversorgung). Die daraus resultierenden Ergebnisse wirken sich mit Masse auch auf unsere Region aus. Konstruktive Sacharbeit ist im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gefordert. Die Agenda des Koalitionsvertrages beinhaltet noch einige Aufgaben. Auch wenn es einige nicht hören wollen, die Ergebnisse des Konsenspapiers können sich durchaus sehen lassen. Wir stöhnen manchmal auf hohem Niveau, ein Blick über unsere Landesgrenzen hinweg sollte uns aber eher das Gefühl geben, dass unsere Heimat lebens- und liebenswert ist.
In unserem Mikrokosmos Senden gilt es auch weiterhin, unsere Gemeinde auf Erfolgskurs zu halten. Die Themenfelder Klimaschutz, Digitalisierung, bezahlbarer Wohnraum, Mobilität, Pflege, Ortsumgehung Ottmarsbocholt und eine solide Finanzlage prägen auch im kommenden Jahr unsere Arbeit. Für alle Ortsteile stehen Herausforderungen auf der Agenda. In unserem Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2020 gehen wir die vorgenannten Themen konsequent an bzw. setzen auf die Kontinuität der bisherigen Zielausrichtung. Beispielhaft lassen wir eine grüne Verbotspolitik in der Schaffung von Wohnraum im Bereich Huxburg nicht zu. Junge Familien sollten durchaus die Möglichkeit erhalten dort ein Einfamilienhaus zu bauen. Gerne bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger, ihre Wünsche an uns heranzutragen. Nur im Dialog miteinander können wir auch Lösungen entwickeln. Machen Sie bitte mit!
Mit Freude nehme ich das bürgerliche Engagement unseres Heimatortes zur Kenntnis. Unser Vereinsleben funktioniert und fördert das gesellschaftliche Miteinander. Exemplarisch sei hier der tolle Einsatz vieler Helfer beim Umbau des ehemaligen Haus Palz genannt. Mit über 1.300 Stunden halfen sie unter Regie des Heimatvereins maßgeblich, das Projekt voranzubringen. Ihnen gehört ein dickes Dankeschön. Prima.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein besinnliches, schönes Weihnachtsfest und ein friedvolles 2020.
Herzliche Grüße
Günter Mondwurf
CDU Gemeindeverbandsvorsitzender